Am 04. April fand unser erster diesjähriger digitaler Fachvortrag zum Thema „Elektromobilität Schiene“ im Online-Format statt. Streckenelektrifizierung, Batterietriebzüge und Wasserstoff-Batterie-Triebzüge sind die umweltfreundlichen Optionen für den zukünftigen Schienenpersonennahverkehr. Wie ist der aktuelle Stand? Welche energieoptimierten technischen Lösungen gibt es bzw. sind in der Entwicklung und welche Möglichkeiten gibt es für die bestehende Dieseltriebzugflotte?

55 Mitglieder und Gäste hatten die Einladung des VDEI Bezirks Hannover angenommen und sich per Link in den Vortrag eingewählt.
Nach der Begrüßung durch die Bezirksvorsitzende Frau Silke Buchholz stellte unser Referent, Herr Prof. Dr. Marco Brey, Professor für spurgeführte Verkehrssysteme am Institut für Verkehrsmanagement der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften kurz sich und die Hochschule sowie das Studienangebot in Salzgitter vor.
Danach folgte ein sehr spannender 1,5-stündiger Vortrag, der die vorgenannten Fragestellungen aufgriff und detailliert beantwortete.

Es bleibt festzuhalten:
Rund 30 Milliarden Euro müssten in die Infrastruktur für eine Vollelektrifizierung des deutschen Eisenbahnnetzes investiert werden, gerechnet ohne die benötigten Fahrzeuge für den Ersatz der Dieseltriebfahrzeuge, weshalb man sich vorerst weiter für eine Teilelektrifizierung des deutschen Streckennetzes ausgesprochen hat.
Unter all den möglichen Antriebsarten stellen die Elektrotriebzüge mit Batterieausrüstung (BEMU) die Vorzugsvariante für den zukünftigen SPNV auf nicht vollständig elektrifizierten Strecken aufgrund ihres Wirkungsgrades unter Berücksichtigung der Energievorkette dar. Ferner können bestimmte BEMU Fahrzeuge auch bei einem geplanten späteren Ausbau des Oberleitungsnetzes weiter eingesetzt oder zum reinen EMU rückgerüstet werden.
Für längere nicht oder nur zu einem sehr geringen Anteil elektrifizierte Strecken mit niedrigem Takt sind Wasserstoff-Batterie-Triebzüge (HMU) die klimafreundliche Alternative zur bisherigen Dieseltraktion.

Um den optimalen Fahrzeugtyp für eine nicht elektrifizierte oder teilelektrifizierte Strecke zu ermitteln, ist eine strecken- bzw. netzspezifische Nutzwertanalyse hinsichtlich der technischen, betrieblichen und wirtschaftlichen Aspekte unerlässlich.
Wesentlich für den Einsatz von Wasserstoff-Batterietriebzügen ist ein vorausschauendes Energiemanagement, welches Parameter wie aktuelle Position, aktueller Beladungszustand, Batterieladezustand, zu erwartende Gesamtleistungsanforderung und fahrdynamische Widerstände,  aktuelle Phase des Fahrspiels usw. berücksichtigt. Dies wurde an einen exemplarischen Beispiel der Strecke Frankfurt-Höchst nach Königstein anschaulich erläutert. Neben dem sparsamen Einsatz von Wasserstoff kann so die Lebensdauer von Brennstoffzelle und Batteriesystem deutlich verlängert werden.                  

Nach dem Vortrag wurden Fragen der Teilnehmer beantwortet. Auf der Ostfalia-Hochschulwebseite wird demnächst ein Link zum Vortrag von Prof. Brey eingestellt werden.

Dieser ist dann zu finden unter: https://www.ostfalia.de/cms/de/ifvm/aktuelles/

 Wir bedanken uns herzlich bei Prof. Dr. Brey für diesen fulminanten Vortrag!